Interview mit der Buchbloggerin Monika Schulze – Teil 2

Im zweiten Teil des Interviews mit Monika Schulze von Süchtig nach Büchern geht es um das Thema Bloggerkooperationen!

Du sagst, dass das Geld oft knapp ist bei Autoren. Besonders bei Selfpublishern. Man macht sich dann Gedanken über das Marketing und heutzutage kommt man an euch Buchblogger nicht vorbei. Wie sollte deiner Meinung nach die Kontaktaufnahme aussehen, damit eine Kooperation entstehen kann?

Am wichtigsten ist, dass man genug Zeit einplant. Also wie du sagst, man kommt an uns Bloggern gar nicht mehr vorbei. Wir bekommen wirklich sehr viele Anfragen und irgendwann ist man einfach voll und kann nichts mehr annehmen. Deshalb ist es wichtig, dass man sich frühzeitig Gedanken über Blogger-Kontakte macht. Vielleicht auch schon bevor das Buch fertig ist. Dass man einfach die Blogger schon mal sich die Blogs anschaut, welche man gerne als Kooperationspartner gewinnen möchte. Und dann muss man sich wirklich die Blogs genau ansehen. Also liest er auch tatsächlich in dem Genre? Wie sind die Rezensionen? Gefällt mir das? Die Namen der Blogger zu wissen, ist auch wichtig für die Anfrage, denn Copy und Paste Nachrichten, á la „Hallo Blogger, möchtest du mein Buch?“ kommen nicht so gut an.

Wir sprechen uns auch untereinander ab und da bekommen 10 von uns oft die exakt gleiche Anfrage. So etwas wird generell sofort aussortiert. Also wirklich einfach vielleicht einen Notizblock daneben legen und ein paar Notizen über den Blog machen. Was hat mir besonders gut gefallen? Weswegen möchte ich diesen Blogger unbedingt für mich und mein Buch gewinnen? Oder wieso denke ich, dass mein Buch zu dem Blogger passt, damit man auch in die E-Mail schreiben kann, damit das ein bisschen persönlicher wird? Solche Anfragen bleiben eher im Kopf und werden dann auch eher positiv.

Sagen wir mal, dir hat eine Anfrage besonders gut gefallen. Und du könntest dir vorstellen, mit dieser Person eine Kooperation zu starten. Wie sieht dann konkret diese Zusammenarbeit aus? 

Das ist ganz unterschiedlich, es kommt auch darauf an, was der Autor sich gerne wünscht. In der Regel sind es meistens Rezensionen. Dann sieht es meistens so aus, dass man ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommt. Das liest man innerhalb von einer vorgegebenen Zeit, schreibt die Rezension und schickt dann einen Beleg-Link an den Autor. Das ist das gängigste Modell. Oder man schreibt, wo man die Rezensionen überall veröffentlicht hat, damit sich der Autor ein Bild davon machen kann, dass man die Leistung erbracht hat für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Zu klären ist auch, ob der Blogger lieber eine Hard Copy oder eine E-Book Ausgabe möchte. Ich persönlich bin jemand, der sagt, ich nehme das, was sich der Autor leisten kann. Meistens sind da E-Books für ihn besser, weil die nicht so viel kosten wie ein Printexemplar. Aber das kann man individuell mit eben Blogger ausmachen, genauso wie die Zusammenarbeit an sich. Ich habe auch Autoren, die dann fragen, ob man nicht ein bisschen mehr machen kann als eine Rezension. Zum Beispiel ob man das Buch vorher vorstellt, ob man eine Aktion macht, einen Autorentag oder ein Interview. Das können die Autoren eigentlich mit den Bloggern immer ganz individuell ausmachen.

Und was würdest du sagen? Was macht Sinn? Mit wieviel Bloggern sollte man zusammenarbeiten, damit Reichweite bekommt?

Das kommt darauf an, was man sich leisten kann. Man muss den Bloggern ein kostenloses Exemplar zur Verfügung stellen. Da gibt’s keine feste Zahl.

Und was hat man dann neben der Zusammenarbeit mit Bloggern für weitere kostengünstige Werbemöglichkeiten, die man als unbekannter Autor mit nicht so vielen Mitteln sonst so machen könnte? Hast du da noch Ideen?

Ich rate immer, dass man selbst auch sehr aktiv ist auf Social Media. Am besten fängt man schon an, bevor das Buch veröffentlicht ist. Man kann schon viel posten, bevor überhaupt das Cover feststeht. Man kann vom Schreiballtag und vom Entstehungsprozess ein bisschen was posten, damit die Leute schon vorher auf einen aufmerksam werden. Und dann ist auch wichtig, dass man sich zeigt. Man sollte auch bei anderen Autorenkollegen ein bisschen kommentieren auf den Seiten oder bei Bloggern sich einfach an Aktionen beteiligen. Da gibt’s z.B. auf Instagram den Autorensonntag, der dann immer recht gut ankommt. Das sind verschiedene Themen, über die man was posten kann. Über einen Hashtag wird da dann der Beitrag gefunden und so wird man dann auch auf neue Autoren aufmerksam.

Auch Blogger bieten oft, wenn wir wieder bei der Blogger-Zusammenarbeit sind, andere Aktionen an. Also nicht nur Rezensionen. Einfach sich auch da beteiligen oder mal fragen, ob man ein paar Flyer oder Lesezeichen zum Verteilen schicken kann. Das machen auch teilweise ganz viele Merch-Shops, die diese Buchkerzen herstellen. Die packen oft in die Pakete auch Lesezeichen von Autoren ein. Das könnte man nutzen, damit einfach alle Werbemöglichkeiten ausgeschöpft sind. Auch regionale Radiosender, Zeitschriften oder Podcasts bieten oft Werbung und Möglichkeiten an. Einfach alles nutzen, was man so findet. 

Hast du denn Erfahrungen gemacht, welche Fehler besonders Debütsautoren bei ihrem Marketing machen?

Ich habe gemerkt, dass viele Autoren zu spät mit dem Marketing anfangen. Also wirklich erst, wenn das Buch draußen ist. Das ist meiner Meinung nach dann einfach schon zu spät. Einfach früher schon anfangen. Und Kontakte knüpfen finde ich immer sehr wichtig, weil Schreiben doch manchmal eine recht einsame Angelegenheit ist. Also sich einfach auch mit Autorenkollegen zusammenschließen. Da kann man dann auch Aktionen ins Leben rufen und sowas ist immer gut, um neue Kontakte zu knüpfen und auf sich aufmerksam zu machen.

Ich kann mir vorstellen, dass es auch durchaus Autoren gibt, die introvertiert sind und die sich nicht trauen, auf Leute zuzugehen. Aber so wie ich dich jetzt kennengelernt habe, seid ihr ja doch alle ganz nett ☺️

Ja doch. Also da ist dann jetzt auch keiner böse, wenn man einfach mal einen Blogger anschreibt. Was halt passieren kann ist, dass man keine Antwort bekommt. Das höre ich leider immer wieder, dass manche Blogger gar nicht erst antworten, wenn sie am Buch nicht interessiert sind. Das finde ich sehr schade, weil ich finde, man kann zumindest mal eine kurze Absage schicken mit einer Begründung, weshalb man nicht möchte. Bei mir ist das ganz oft Zeit der Grund, einfach weil ich schon voll bin. Aber ich versuche dann immer zumindest kurz zu antworten und vielleicht auch einen Tipp zu geben, wo man andere Blogger finden könnte. Genau das ist das einzige, was passieren kann. Im Grunde kann man bei einer Anfrage von einem Blogger nichts falsch machen. Außer Copy und Paste.

Was zeichnet denn für dich persönlich ein gutes Buch aus, das du gerne liest und das du gerne rezensiert hat? 

Das ist immer ganz schwierig zu sagen Ich muss ehrlich gestehen, dass ich schon auch auf die Qualität achte. Ein hübsches Cover ist für mich immer ganz entscheidend, dass ich ein Buch kaufe, außerdem ein ansprechender Klappentext. Das Buch sollte auch lektoriert und korrekt korrigiert sein. Man merkt schon, ob da wirklich Profis am Werk waren.

Du gehst auf die Kooperation ein, du bekommst das Buch, du gibst dann eine Rezension ab. Gibt es noch etwas, was du vom Autor, von der Autorin erwartest? Abgesehen von der Zeit, die du schon erwähnt hast und von dem Rezensionsexemplar – wie revanchiert man sich als Autor für die Dienste des Bloggers? 

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, es kommt auch immer auf den Geldbeutel an. Natürlich freuen wir Blogger uns auch, wenn wir z.B. mal Überraschungspost bekommen mit Goodies. Oder mal eine kleine Postkarte. Aber es muss nicht immer was sein, was etwas kostet. Es reicht auch, wenn wir eine nette Mail mit einem kleinen Dankeschön fürs Lesen und Rezensieren erhalten. Die Rezensionen sollte auch auf den eigenen Social-Media-Kanälen geteilt werden oder dass man mal erwähnt oder empfohlen wird. Sowas reicht eigentlich auch schon aus.

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